Tobiasbruderschaft Göttingen

Grundsätze zur Gründung der Ev.-luth. Tobiasbruderschaft Göttingen

(Stand 26.1.2009)
Die Ev.-luth. Tobiasbruderschaft ist ein diakonisches Projekt der vier Göttinger Innenstadtgemeinden (St. Albani, St. Jacobi, St. Johannis, St. Marien und Corvinus). Die fünf Ev.-luth. Gemeinden wissen sich der Tobiasbruderschaft und ihrer Arbeit in besonderer Weise verpflichtet.

Die Tobiasbruderschaft steht allen Männern offen, die sich in christlicher Verantwortung sozial-diakonisch engagieren möchten. Sie sieht es als ihre Hauptaufgabe, in der Stadt Göttingen zu einer würdigen Bestattung von Menschen ohne Angehörige oder eigene Mittel beizutragen. Dazu arbeitet sie zusammen mit den Fachdiensten der Stadt und allen Bestattungsunternehmen, die sich beteiligen möchten.

Die Tobiasbruderschaft lädt in der Regel alle drei Monate (1. Samstag des Vierteljahres um 09.00 Uhr) zu einem öffentlichen Trauergottesdienst ein. Die Trauergottesdienste finden in der Regel auf dem Friedhof Junkerberg statt, da dort die besten logistischen Möglichkeiten vorhanden sind.

Die Mitglieder der Tobiasbruderschaft geben Verstorbenen auch ohne Familienangehörige oder Freunde das letzte Geleit und tragen zu einer würdigen Beisetzung bei. Die Tobiasbruderschaft weiß sich nicht nur für die Beisetzung evangelischer Verstorbener zuständig. Wo immer sie gebeten wird, sich eines Verstorbenen in ihren Trauergottesdiensten anzunehmen, wird sie dieser Bitte entsprechen. Anders als bei Einzel-Trauergottesdienstes mit seelsorgerlichem Auftrag sieht sie die Beisetzung von Verstorbenen ohne verantwortliche Angehörige als diakonische Aufgabe. Diakonisches Handeln im Geist Jesu Christi fragt nicht nach der Konfession, sondern nach der Not.

Die Trauergottesdienste werden geleitet von evangelischen Pastoren der Innenstadtgemeinden oder evangelischen Pastoren, die Mitglied der Bruderschaft sind. Zu den Gottesdiensten wird unter Namensnennung der Verstorbenen mit einer Traueranzeige in der Zeitung öffentlich eingeladen. Zu diesen Gottesdiensten läuten von 10.55 bis 11.00 Uhr die Glocken der Ev.-luth. Innenstadtgemeinden.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben entsteht eine Bruderschaftskasse.Sie speist sich aus Spenden, Kollekten und Diakoniemitteln der beteiligten Gemeinden. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben. Es wird eine eigene Haushaltsstelle im Kirchenkreisamt eingerichtet.

Den Mitgliedern der Tobiasbruderschaft obliegen folgende Aufgaben:
  1. Regelmäßige Teilnahme an den Trauergottesdiensten
  2. Regelmäßige Teilnahme an den Mitgliederversammlungen der Bruderschaft (3-4 im Jahr).
  3. Bereitschaft, einzelne Aufgaben der Bruderschaft wahrzunehmen, z.B. Koordinations- und Organisationsaufgaben oder praktische Vorbereitungen für Trauerfeiern, Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Flyer, Presse, Homepage, Infostandbetreuung), Kassenführung, Protokollführung, Vorsitz u.ä.
Am Tobiastag jedes Jahres (13. September) treffen sich die Mitglieder zu einer Mitgliederversammlung mit Andacht, Jahresbericht und Abendessen in einer der Innenstadtgemeinden.

Die Tobiasbruderschaft wird geleitet von einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden aus der Gruppe der Freiwilligen. Sie werden in der Gründungsversammlung gewählt.

Über die Aufnahme weiterer Mitglieder entscheidet die vierteljährliche Mitgliederversammlung mit einhelligem Votum der anwesenden Mitglieder. Die offizielle Einführung neuer Mitglieder erfolgt im Gottesdienst am darauf folgenden Tobiastag.

Die Gründung der Tobiasbruderschaft erfolgte mit einem öffentlichen Einführungsgottesdienst in St. Johannis und einer anschließenden Gründungsversammlung am Freitag, 27. Februar 2009 um 20.00 Uhr .

Sprecherrat : Gerhard von Hugo, Horst Maar, Werner Prieß